Univ.-Prof. Dr. phil. Laura Calbet Elias
Sarah Thiel
Art:
Entwurf
Semesterwochenstunden:
6.5
Unterrichtssprache:
Deutsch
Semester:
WS 26/27
Organisationsname:
Städtebau-Institut
Inhalt:
COMMON, COME IN! ZIVILGESELLSCHAFT INS IBA-STADTGARTENFESTIVAL
Für das Stadtgartenfestival im Rahmen der IBA-Ausstellung‘27 entwickelt das IWE in Kooperation mit dem IBBTE einen Festival-Pavillon. Unser Entwurfsstudio verfolgt in Kooperation mit beiden Instituten, diesen Pavillon während des Festivalzeitraums mit Leben zu füllen. Ausgangspunkt hierfür sind die stadtpolitischen Diskurse sowie Nutzungsbedürfnisse zivilgesellschaftlicher Initiativen in Stuttgart. Stuttgart zeichnet sich durch eine hohe Dichte an zivilgesellschaftlichen Gruppen aus, die auf unterschiedliche Weise an einer gemeinwohlorientieren Gestaltung von Stadt beteiligt sind – sei es bei der Entwicklung neuer Quartiere, durch das Angebot nicht-kommerzieller Nutzungen, den Zugang zu Gemeingütern oder durch den Einsatz für den Erhalt bestehender Bauten und sozialräumlicher Strukturen. Allerdings fällt es diesen Akteur:innen zunehmend schwer, im umkämpften Stadtraum als gleichberechtigte Stimme wahrgenommen zu werden und sich in Aushandlungsprozessen zu behaupten. Ziel des Entwurfs ist es, den Stuttgarter Stadtraum-Initiativen auf dem IBA-Festival Sichtbarkeit zu verschaffen und eine Plattform zu geben. In enger Zusammenarbeit mit verschiedenen zivilgesellschaftlichen Akteur:innen soll im/um den Pavillon des IWEs/IBBTEs ein multifunktionaler politischer Diskursraum entstehen, der lokale Debatten in das Stadtgartenfestival integriert. Dazu wird mithilfe koproduktiver Workshops ein Rahmenprogramm entworfen, das z.B. Runde Tische, Ausstellungen, künstlerische Beiträge oder Workshops umfasst.
Leistungen • Theoretische Auseinandersetzung mit (englischer) Literatur zu Stadtkonflikten & Koproduktion sowie Recherche zu verschiedenen Initiativen in Stuttgart. • Vorbereitung und Durchführung von Formaten der Koproduktion (z.B. gemeinsame Workshops) mit zivilgesellschaftlichen Vertreter:innen. • Erstellung eines Rahmenprogramms für einen Pavillon auf dem Stadtgartenfestival 2027. • Erarbeitung der Öffentlichkeitsarbeit, Förderanträge und ggf. Genehmigungsanträge, die für die Durchführung notwendig sind. • ggf. Entwurf eines eigenen, ergänzenden Formats für das Stadtgartenfestival (z.B. künstlerische Auseinandersetzung, Ausstellung etc.).
Aufbauend auf dem Entwurf im Wintersemester kann im Sommersemester 2027 ein weiterführendes Seminar belegt werden, das die Umsetzung der Ideen und Formate verfolgt.
VOM VERKEHRSRAUM ZUM LEBENSRAUM – TRANSFORMATIONSPROZESSE VERSTEHEN UND GESTALTEN
Städte befinden sich in einem umfassenden gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Transformationsprozess, der viele Bereiche unseres Lebens grundlegend verändert und gleichzeitig Chancen bietet, gestaltend tätig zu werden. Wir wollen sowohl die Prozesse der Transformation verstehen als auch eigene Ideen für neue urbane Räume entwickeln. Als Anwendungsfall dient das IBA‘27-Projekt Eppinger Straße in Fellbach, bei dem es darum geht, im Sommer 2027 den Verkehrsraum temporär in einen Lebensraum zu verwandeln und während des IBA-Festivals zu bespielen. Vielerorts prägen Funktionsdefizite, fehlende Aufenthaltsqualität und die Dominanz des motorisierten Verkehrs den öffentlichen Raum. Gleichzeitig erfordern begrenzte Ressourcen, der Klimawandel, die Digitalisierung, sowie veränderte Vorstellungen vom Zusammenleben, ein stärker integriertes und zirkuläres Denken, Planen und Bauen. Daraus ergibt sich die Chance, öffentliche Räume neu zu denken – als multifunktionale, klimaresiliente und lebenswerte Orte, die unterschiedliche Nutzungen und Lebensbereiche miteinander verbinden. Wir befassen uns im Seminar mit dem Öffentlichen Raum und stellen uns die Frage, wie wir "gerechte, grüne und produktive Städte" im Sinne der Neuen Leipzig Charta entwickeln und gestalten können. Es wird Fachwissen im Themenfeld „Öffentliche Räume“ vermittelt, zudem erarbeiten Sie sich an Hand von Studien, Podcasts, Fachliteratur eine Wissensbasis zu strategischer Stadtentwicklung, den Herausforderungen der Transformation von Stadträumen und erfahren mehr über aktuelle Entwicklungstendenzen. In einer zweiten Phase analysieren Sie Praxisbeispiele (baulich-räumlich und strategisch-prozessual). Die dritte Phase zu Beginn des neuen Jahres nutzen wir zur Anwendung und entwickeln Ideen für die Bespielung der Eppinger Straße.
Das Seminar lebt von … – der gemeinsamen Lehre von Britta Hüttenhain (SI-TMS) mit Dominique Dinies und Sigrid Müller-Welt (UTA Architekten) – wöchentlichen Fachinputs durch Lehrende und Kolleg:innen aus der Praxis, um verschiedene Perspektiven auf das Thema Transformation am Beispiel öffentlicher Räume kennenzulernen. – Kleingruppenarbeiten/ Kurzpräsentationen an mehreren Seminarterminen und – der Bereitschaft aller Studierenden, sich wöchentlich aktiv zu beteiligen und Seminartermine kontinuierlich studienbegleitend vor-/nachzuarbeiten.
STADTBAUGESCHICHTE – STADTQUARTIERE IM WANDEL DER ZEITEN
Städte und Stadtquartiere sind ein lebendiges Geschichtsbuch. Sie unterliegen einem steten Wandel und halten einen großen Reichtum an städtischen Phänomenen bereit. Es lassen sich daraus typische und projektspezifische Qualitäten erarbeiten. Das Seminar ist eine Entdeckungsreise der Stadt des 20. Jahrhunderts. In Vorlesungen und Selbststudium werden ideengeschichtliche Entwicklungslinien der Europäischen Stadt und ihrer Gestalt im 20. Jahrhundert (in Deutschland und den Nachbarländern) nachgezeichnet. Aus der Beschäftigung mit den Vorlesungsinhalten, der Analyse und Besichtigung von Praxisbeispielen unterschiedlicher Entstehungszeit sowie beim Lesen von ausgewählten Schlüsseltexten entsteht sukzessive ein Verständnis der prägenden räumlichen Leitbilder des 20. Jahrhunderts, wichtiger Protagonisten (Stadtmacher:innen), unterschiedlicher Stadtstrukturen und räumlicher Qualitäten, die im Stadtgrundriss, den Stadträumen sowie den Gebäuden einer Stadt ablesbar sind.
Das Seminar lebt von einer aktiven Arbeitsatmosphäre und hat folgende Bestandteile: – wöchentliche Vorlesungsinputs – studienbegleitende Analyse von Praxisbeispielen (Studienleistung: Kurzreferat + schriftliche Ausarbeitung in Text und Bild mit eigenen prägnanten analytischen Darstellungen und Einbettung in den ideengeschichtlichen Kontext) – gemeinsame Workshops „Praxisbeispiele im Vergleich“ (Aspekte: städtebauliche Gebäudetypologie, Wohn-/ Freiraumqualitäten, städtebauliche Dichte), um den Wissenstransfer im Seminar zu fördern – Dialoge über Schlüsseltexte (Auszüge aus Primärquellen) – kleinere Exkursion(en) während der Seminarzeit in Stuttgart und Region
Univ.-Prof. Dr. phil. Laura Calbet Elias
Martin Struller
Art:
Seminar
Semesterwochenstunden:
4
Unterrichtssprache:
Deutsch
Semester:
WS 26/27
Organisationsname:
Städtebau-Institut
Inhalt:
MEIN PLANET, DEIN WACHSTUM? VISIONEN EINER POST-EXTRAKTIVEN STADTENTWICKLUNG
Stadtplanung ist ein zentrales Gestaltungsfeld der sozial-ökologischen Transformation, doch viele Stadtentwicklungsprozesse beruhen weiterhin auf extraktivistischen Logiken. Denn Planung ist auf Wachstum ausgelegt. Doch dieses Wachstum übersteigt längst die Kapazitäten planetarer Grenzen und befeuert soziale Ungleichheiten. Ein auf technischen Innovationen basierendes „grünes Wachstum“ externalisiert ökologische Kosten global und täuscht darüber hinweg, dass kontinuierliches Wachstum nicht ohne steigenden Ressourcendurchsatz möglich ist. Kann Planung innerhalb gegenwärtiger Systematiken post-extraktiv sein?
Wir setzen uns mit Wachstumsidealen und -kritiken auf unterschiedlichen Maßstabsebenen auseinander und reflektieren, inwiefern die notwendige sozial-ökologische Transformation mit unserem gegenwärtigen Planungsinstrumentarium vereinbar ist. Dafür untersuchen wir Zusammenhänge zwischen ökonomischen Wachstumsimperativen und Städtewachstum an Bevölkerung, Fläche und Gebäudebestand und betrachten wechselseitige Abhängigkeiten zu unserem Planungssystem.
Aus dieser Perspektive betrachten wir die laufende Auseinandersetzung um die Zukunft des Schoettle-Areals in Stuttgart, an der sich unterschiedliche Interpretationen von städtischem Extraktivismus nachvollziehen lassen. Wir arbeiten heraus, wie sich Wachstumslogiken und -zwänge auf den Umgang und die Handlungsspielräume unterschiedlicher beteiligter Akteur*innen auswirken. Anhand dieser Beobachtungen entwickeln wir Vorschläge für eine global gerechte, suffizienzorientierte Stadtplanung, entweder in Bezug auf das Schoettle-Areal oder auf eine abstraktere Ebene.
SI_Entwurf_26s_Work-Crisis-Balance: Produktive Stadt kritisch neu denken – 0711 Contest IBA-Fellbach
LV-Nr.:
311254101
Vortragende:
Univ.-Prof. Dr. phil. Laura Calbet Elias
Christian Molter
Martin Struller
Art:
Entwurf
Semesterwochenstunden:
6.5
Unterrichtssprache:
Deutsch
Semester:
SS 26
Organisationsname:
Städtebau-Institut
Inhalt:
Work-Crisis-Balance: Produktive Stadt kritisch neu denken – 0711 Contest IBA-Fellbach Seit das Konzept der Produktiven Stadt in der Neuen Leipzig Charta verankert wurde, scheinen sich alle (auch die IBA 27) einig zu sein: In der Stadt von morgen sind Handwerk, Produktion und Landwirtschaft eng mit Wohnen und öffentlichem Leben verwoben. So sollen kurze Wege, effiziente Bodenausnutzung, nachhaltige Wirtschaftskreisläufe und lebenswerte und nahe Arbeitsorte möglich sein. Die IBA 27 untersucht in Fellbach, wie für dieses Ideal geplant werden kann – und ruft auch im diesjährigen 0711 Contest zu Ideen auf. Doch oft werden die „city maker“ des Leitbilds in der Realität banale Betriebe, die Nutzungsmischung ist mit Verdrängung verknüpft, die „Produktive Stadt“ folgt neoliberalen, extraktivistischen Logiken. Denn Stadt wird nicht nur nach gesellschaftlichen Zielvorstellungen, sondern auch mit Renditeerwartungen in komplexen Macht- und Interessengefügen entwickelt. Wir setzen uns mit gewerblichen Verdrängungsprozessen, der Rolle von Boden und Immobilien als Finanzinvestment, der Bedeutung und Grenzen von endlosem (Wirtschafts-)Wachstum sowie der Steuerungsfähigkeit von Planung auseinander, um die Frage zu beantworten: Was bleibt von guten Ideen – von der Produktiven Stadt – wenn man mit ihnen Geld verdienen muss? Woran scheitern Entwicklungsprozesse? Löst das, was in der Realität übrig bleibt, die Versprechungen des Ideals der Produktiven Stadt ein? Gibt es alternative Wirtschafts- und Eigentumsformen, und wie muss eine Planung für diese aussehen? Analog zu den anderen Wettbewerbseinreichungen im Maßstab 1:100 entsteht im Entwurfsstudio ein gemeinsames (physisches) kritisches Modell (ca. 2m x 1,4m), welches beim 0711 Contest 2027 eingereicht wird und am internationalen Wettbewerb unter zahlreichen Hochschulen teilnimmt. Ausgezeichnete Beiträge werden im Rahmen des IBA-Projektjahres ausgestellt. Leistungen • Auseinandersetzung mit (englischer) Literatur • Übertragung der theoretischen Auseinandersetzung in räumlich-planerische Situationen des Wettbewerbs • Konzeption und Gestaltung eines öffentlich-wirksamen Modells und Plänen.
SI_Seminar_26s_Work-Crisis-Balance: Produktive Stadt kritisch neu denken – Seminar
LV-Nr.:
311254202
Vortragende:
Univ.-Prof. Dr. phil. Laura Calbet Elias
Christian Molter
Martin Struller
Art:
Seminar
Semesterwochenstunden:
4
Unterrichtssprache:
Deutsch
Semester:
SS 26
Organisationsname:
Städtebau-Institut
Inhalt:
Work-Crisis-Balance: Produktive Stadt kritisch neu denken Seit das Konzept der Produktiven Stadt in der Neuen Leipzig Charta verankert wurde, scheinen sich alle (auch die IBA 27) einig zu sein: In der Stadt von morgen sind Handwerk, Produktion und Landwirtschaft eng mit Wohnen und öffentlichem Leben verwoben. So sollen kurze Wege, effiziente Bodenausnutzung, nachhaltige Wirtschaftskreisläufe und lebenswerte und nahe Arbeitsorte möglich sein. Doch oft werden die „city maker“ des Leitbilds in der Realität banale Betriebe, die Nutzungsmischung ist mit Verdrängung verknüpft, die „Produktive Stadt“ folgt neoliberalen, extraktivistischen Logiken. Stadt wird nicht nur nach gesellschaftlichen Zielvorstellungen, sondern auch mit Renditeerwartungen in komplexen Macht- und Interessengefügen entwickelt. Wir setzen uns mit gewerblichen Verdrängungsprozessen, der Rolle von Boden und Immobilien als Finanzinvestment, der Bedeutung und Grenzen von endlosem (Wirtschafts-)Wachstum sowie der Steuerungsfähigkeit von Planung auseinander, um die Frage zu beantworten: Was bleibt von guten Ideen – von der Produktiven Stadt – wenn man mit ihnen Geld verdienen muss? Woran scheitern Entwicklungsprozesse? Löst das, was in der Realität übrig bleibt, die Versprechungen des Ideals der Produktiven Stadt ein? Gibt es alternative Wirtschafts- und Eigentumsformen, und wie muss eine Planung für diese aussehen? Die kritische Auseinandersetzung mit dem Konzept der Produktiven Stadt mündet in einem gemeinsam von der gesamten Seminargruppe erstellten Glossar, in dem zentrale Begriffe und Konzepte textlich und grafisch erläutert werden. Das Glossar wird gemeinsam mit der Ausstellung der Entwurfsgruppe präsentiert und führt in die theoretischen Hintergründe ein. Die Aufgaben werden im Seminar in Gruppenarbeit bearbeitet: • Auseinandersetzung mit thematischen Inputs und (auch englischer) Literatur • Gemeinsame Gestaltung eines Glossars zu den behandelten Themen • Zusammenfassender, integrierter Textbeitrag einschließlich eigener Fragestellungen und grafischer Darstellungen
STADTBAUGESCHICHTE STADTQUARTIERE IM WANDEL DER ZEITEN Städte und Stadtquartiere sind ein lebendiges Geschichtsbuch. Sie unterliegen einem steten Wandel und halten einen großen Reichtum an städtischen Phänomenen bereit. Es lassen sich daraus typische und projektspezifische Qualitäten erarbeiten. Das Seminar ist eine Entdeckungsreise der Stadt des 20. Jahrhunderts. In Vorlesungen und Selbststudium werden ideengeschichtliche Entwicklungslinien der Europäischen Stadt und ihrer Gestalt im 20. Jahrhundert (in Deutschland und den Nachbarländern) nachgezeichnet. Aus der Beschäftigung mit den Vorlesungsinhalten, der Analyse und Besichtigung von Praxisbeispielen unterschiedlicher Entstehungszeit sowie beim Lesen von ausgewählten Schlüsseltexten entsteht sukzessive ein Verständnis der prägenden räumlichen Leitbilder des 20. Jhd., wichtiger Protagonisten (Stadtmacher:innen), unterschiedlicher Stadtstrukturen und räumlicher Qualitäten, die im Stadtgrundriss, den Stadträumen sowie den Gebäuden einer Stadt ablesbar sind. Das Seminar lebt von einer aktiven Arbeitsatmosphäre und hat folgende Bestandteile: - wöchentliche Vorlesungsinputs - studienbegleitende Analyse von Praxisbeispielen (Studienleistung: Kurzreferat bei der Exkursion + schriftliche Ausarbeitung in Text und Bild mit eigenen prägnanten analytischen Darstellungen und Einbettung in den ideengeschichtlichen Kontext) - gemeinsame Workshops „Praxisbeispiele im Vergleich“ (Aspekte: städtebauliche Gebäudetypologie, Wohn-/ Freiraumqualitäten, städtebauliche Dichte), um den Wissenstransfer im Seminar zu fördern - Dialoge über Schlüsseltexte (Auszüge aus Primärquellen) - mehrtägige (optionale) Exkursion (Pfingstwoche: Di 26.5. bis Fr 29.5.26) in eine Großstadt (vmtl. Bremen) (Reisekostenzuschuss für Studierende der Architektur wurde beantragt) - weitere Exkursion(en) während der Seminarzeit in Stuttgart
Rechtswissenschaft, insbesondere öffentliches Recht
Inhalt:
Partizipation, Kooperation und Koproduktion sind längst gängige Begriffe im Planungsalltag deutscher Städte – doch in der Praxis dominiert nach wie vor ein erstaunlich konventionelles Verständnis von gemeinsamer Planung. Häufig wird auf bewährte Formate wie Diskussionsveranstaltungen, Infoabende oder World Cafés gesetzt. Diese haben ihren Platz – aber sie reichen nicht aus, um eine wirklich partizipative, inklusive und transformative Planungskultur zu gewährleisten und damit die Grundlage zu schaffen für eine lebendige, vielfältige und demokratische Stadt. Wer heute gemeinsam getragene Planung denkt, muss sie kokreativ, zugänglich und sinnlich erfahrbar gestalten. Im Seminar beschäftigen wir uns mit den Grundlagen kokreativer Stadtplanung. Anhand von Praxisbeispielen und ausgewählter Literatur analysieren wir in interdisziplinären Teams Organisationsstrukturen, Verfahren, Mechanismen, Akteur:innen, Formate, Methoden und Räume von Kokreation sowie deren Wechselwirkung. Wir beleuchten Chancen und Herausforderungen dieses Planungsansatzes und definieren daraus Kriterien für gelungene Planungsprozesse. Auf der Grundlage der erarbeiteten Erkenntnisse entwerfen wir in den Teams für eine konkrete aktuelle städtebauliche Aufgabe einen partizipativen Planungsprozess mit unterschiedlichen Phasen und entwickeln kokreative Analyseformate sowie partizipative Planungsmethoden. Das Seminar ist eingebettet in die aktuell laufende Beteiligung „Deine Meile B14 - am Puls der Stadt“, die im Zuge der Erstellung des Rahmenplans „Neuer Stadtraum B14“ durchgeführt wird. Im Rahmen einer im Juli stattfindenden Wochenend-Veranstaltung (10.-12.7.2026) im öffentlichen Raum werden einzelne Methoden und Formate für diverse Zielgruppen live ausprobiert und anschließend in den Teams diskutiert und bewertet.
SI_Seminar_26s_Farewell, housing welfare? Wohnungspolitiken im Vergleich Stuttgart / Wien
LV-Nr.:
311254201
Vortragende:
Univ.-Prof. Dr. phil. Laura Calbet Elias
Sarah Thiel
Art:
Seminar
Semesterwochenstunden:
4
Unterrichtssprache:
Deutsch
Semester:
SS 26
Organisationsname:
Städtebau-Institut
Inhalt:
Farewell, housing welfare? Wohnungspolitiken im Vergleich Stuttgart / Wien Stuttgart stellt das Schlusslicht regulierender Wohnungspolitiken im bundesweiten Vergleich dar. Gerade vor dem Hintergrund eines angespannten lokalen Wohnungsmarktes sind progressive Maßnahmen, wie sie z. B. in anderen Großstädten wie München oder Hamburg verfolgt werden, dringend notwendig. Immer mehr Haushalte sind auf der Suche nach günstigem und qualitätvollem Wohnraum, während Mieten und Bodenpreise steigen und bestehende Sozialmietwohnungen aus der Bindung fallen. Darauf reagierend richtet die Stadt Stuttgart ihre Lösungsstrategie primär auf die Schaffung weiterer Neubauten aus. Ein Fokus auf privatwirtschaftliches Bauen, Bauen, Bauen verfehlt allerdings die Ziele einer sozial-ökologischen Transformation und greift nur symptomatisch in die Missstände der Wohnraumversorgung ein. Ausgehend von der reaktiven Wohnungspolitik Stuttgarts blicken wir im Seminar Farewell, housing welfare? auf die Stadt Wien, die seit langem aufgrund der hohen Anzahl an Gemeindewohnungen und Pionierprojekten für ein sozialverträgliches System der Wohnraum-versorgung steht. Durch die Gegenüberstellung der beiden Städte untersuchen wir, wie eine sozialgerechte Wohnungspolitik in Wohlfahrtstaaten organisiert werden und welche Rolle die Stadtplanung in dieser einnehmen kann. Bestandteil des Seminars ist die Teilnahme an einer Exkursion nach Wien von Do, 23.07.2026 - Di, 28.07.2026. Die Aufgaben werden im Seminar in Gruppenarbeit bearbeitet: - Auseinandersetzung mit thematischen Inputs und (auch englischer) Literatur zu (kommunalen) Wohnungspolitiken im Wohlfahrtstaat. - Vergleichende Analyse der Städte Stuttgart und Wien anhand eines gewählten wohnungspolitischen Aspekts/Instruments - Zusammenfassender, integrierter Textbeitrag einschließlich eigener Fragestellungen und grafischer Darstellungen
MULTIFUNKTIONALE STADTQUARTIERE TRANSFORMATION VERSTEHEN UND GESTALTEN Wir befinden uns in einem umfassenden gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Transformationsprozess, der viele Bereiche unseres Lebens grundlegend verändert. Daher steht die Frage im Raum, wie wir leben und arbeiten wollen und wie der Wandel seinen Ausdruck in Architektur, Stadträumen sowie Planungsprozessen findet (siehe auch IBA’27 Stuttgart1). Vielerorts prägt das Leitbild der Trennung und Spezialisierung unsere Stadtquartiere und Planungsverfahren. Doch begrenzte Ressourcen, Klimawandel und Digitalisierung fordern eine stärkere Verschränkung von Funktionen und Lebensbereichen sowie ein integrales und zirkuläres Denken, Planen und Bauen. Wir befassen uns im Seminar mit diesem Wandel und stellen uns die Frage, wie wir "gerechte, grüne und produktive Städte" im Sinne der Neuen Leipzig Charta2 entwickeln und gestalten können. Wir betrachten die Entwicklungen sowohl baulich-räumlich als auch strategisch-prozessual und das auf verschiedenen Maßstabsebenen (Gebäude – Quartier – Stadt). Es wird Fachwissen vermittelt, zudem erarbeiten Sie sich an Hand von Studien, Podcasts, Fachliteratur eine Wissensbasis zu multifunktionalen Stadtquartieren, den Herausforderungen und aktuellen Entwicklungstendenzen. Sie analysieren innovative Projekte (baulich-räumlich und/oder strategisch-prozessual) und dokumentieren diese. In der Zusammenschau erarbeiten wir uns gemeinsamen einen kleinen Werkzeugkasten und reflektieren in einer Text-Bild-Collage gewonnene Erkenntnisse. Das Seminar lebt von … - wöchentlichen Fachinputs durch Lehrende wie Kolleg:innen aus der Praxis, um verschiedene Perspektiven auf das Thema kennenzulernen. - der Bereitschaft aller Studierenden sich wöchentlich aktiv zu beteiligen, die Seminartermine kontinuierlich studienbegleitend vor-/nachzuarbeiten. - Es finden während der Seminartermine Kleingruppenarbeiten/ Kurzpräsentationen statt - vsl. (optional) (Tages-)Exkursion - der gemeinsamen Lehre von Britta Hüttenhain (SI-TMS) mit Dominique Dinies und Sigrid Müller-Welt (UTA Architekten) (1) vgl. https://www.iba27.de/wissen/iba27/themen-und-raeume UND www.iba27.de/projekte (2) https://www.bmi.bund.de/SharedDocs/downloads/DE/veroeffentlichungen/2020/eu-rp/gemeinsame-erklaerungen/neue-leipzig-charta-2020.pdf
Maximilian Ulrich Fischer
Dr.-Ing. Britta Hüttenhain
Art:
Vorlesung
Semesterwochenstunden:
2
Unterrichtssprache:
Deutsch
Semester:
SS 26
Organisationsname:
Städtebau-Institut
Inhalt:
Es werden die wichtigsten Vorschriften des öffentlichen Baurechts vermittelt, die beim städtebaulichen Entwerfen und beim Planen von Gebäuden in der Praxis von Bedeutung sind. Ihre Anwendung wird an ausgewählten Beispielen aus der Praxis veranschaulicht. Betrachtet werden alle räumlichen Maßstabsebenen von der Bundesraumordnung, über die Landes- und Regionalplanung bis zur kommunalen Planung. Schwerpunkte sind die maßgebenden Regelungen des Bauplanungs- und Bauordnungsrechts (Baugesetzbuch, Baunutzungsverordnung, Landesbauordnung usw.) sowie die kommunale Bauleitplanung (Flächennutzungs-, Bebauungsplan, Ortsbausatzung). Es werden darüber hinaus Verfahrensvorschriften und Rechtsmittel (Widerspruch, Klage, usw.) vorgestellt.
SI_Vorlesung_26s_Grundlagen der Planung und Übung Planungsmethoden
LV-Nr.:
311250400
Vortragende:
Univ.-Prof. Dr. phil. Laura Calbet Elias
Art:
Vorlesung
Semesterwochenstunden:
2
Unterrichtssprache:
Deutsch
Semester:
SS 26
Organisationsname:
Städtebau-Institut
Inhalt:
Die Vorlesung vermittelt grundlegendes Wissen über die Stadtplanungsdisziplin und das deutsche Planungssystem. Darüber hinaus werden planungstheoretisch jene Interessenkonflikte aufgezeigt, die der Stadtentwicklung innewohnen, und die Rolle von Planung im Wohlfahrtsstaat erörtert. In einer vorlesungsbegleitenden Übung besteht die Möglichkeit, sich anhand eines Beispiels aus der Praxis tiefer mit einem bestimmten Planungsinstrument zu befassen, das Instrument im Kontext des Planungssystems zu verorten und die Möglichkeiten und Grenzen dieses Instrumentes zu reflektieren.