Was hat Stadtraum mit
GeschlechterUngerechtigkeit zu tun?
Als Orte des alltäglichen Lebens sind Städte von den Auswirkungen des Patriarchats betroffen. Gleichzeitig werden patriarchale Strukturen durch räumliche Planungsentscheidungen verstärkt. Ob durch die Trennung des Wohn- und Arbeitsumfeldes, Vernachlässigung von Care-Arbeit-Bedarfen, geringer Sichtbarkeit im Stadtraum oder fehlender Schutz vor Gewalt im öffentlichen, aber auch privaten Raum – Hierarchien und Diskriminierung haben sich in unsere Städte eingeschrieben. Soweit die Theorie.
Wie und wo lassen sich nun aber genau genderbedingte Hierarchien in der Stadt erkennen? #UrbanToo möchte dieser Fragestellung nachgehen und vermittelt sowohl thematische Anhaltspunkte als auch praktische Methoden der empirischen Stadtforschung.
Ausgangspunkt bilden die Ergebnisse des Seminars #UrbanToo, das im Wintersemester 2o23/24 am Städtebau Institut der Universität Stuttgart angeboten wurde. Während der Lehrveranstaltung untersuchten die Studierenden verschiedene Situationen des öffentlichen Raumes der Stadt Stuttgart aus einer queeren, feministischen und/oder kritischen Männlichkeitsperspektive heraus. Neben Bedingungen zur Care-Arbeit und Sicherheitsdiskursen standen queere Sichtbarkeit und geschlechterspezifische Unterschiede in der Wahrnehmung und Verarbeitung von Reizen im Mittelpunkt. Die Untersuchungen und Fragestellungen der Studierenden liefern Impulse, um hierarchisierende Situationen und Prozesse im urbanen Gefüge sichtbar zu machen und zu analysieren. Zusammen mit einer Auswahl an Methodensteckbriefen wird den Leser*innen eine Anleitung an die Hand gegeben, um selbst die Stadt auf genderspezifische Machtverhältnisse hin zu erforschen (nähere Informationen zur Lehrveranstaltung finden Sie hier: https://www.si.uni-stuttgart.de/tms/portfolio/se_urbantoo/).
#UrbanToo richtet sich an Personen der raumgestaltenden und raumbildenden Disziplinen aber auch an Menschen, die sich für Geschlechterverhältnisse oder für die Analyse städtischer Räume interessieren. Ihr Ziel ist ein stärkeres Bewusstsein für sozialräumliche (Macht-)Verhältnisse zu schaffen.
Redaktionelle Bearbeitung
Autor:innen: Sarah Thiel, Prof. Dr. Laura Calbet
Grafische Konzeption und Umsetzung: Trang Nguyen
Lektorat und Mitarbeit: Lisa Birk, Rose-Marie Krill, Martin Struller
Förderung
Das Booklet wurde aus Mitteln zur Förderung des Wissens- und Technologietransfers der Universität Stuttgart sowie durch den Diversity-Fonds der Universität Stuttgart gefördert.
Das Booklet kann unter folgendem Link eingesehen und heruntergeladen werden: https://doi.org/10.18419/opus-17171