Ein Handlungsleitfaden zur partizipativen Gestaltung
Die Stadt als gebaute und verräumlichte Gesellschaft, kann sinnbildlich für deren Entwicklung gesehen werden. Analog zur immer komplexer werdenden und sich in ihrer Funktionalität verändernden Räume, wachsen Städte immer schneller, mit entsprechend multifunktionalen Ansprüchen an die Räume der Innenstadt. Unsere gebaute Umwelt, als Zeuge ihrer Zeit, steht sinnbildlich für die verschiedenen Anforderungen ihrer jeweiligen Entstehung. Die heute gebaute Stadt muss auf die Herausforderungen unserer Zeit, wie z. B. die momentan weitestgehende Monofunktionalität, reagieren und sich dabei auch der Frage stellen welche Maßnahmen für die Schaffung eines öffentlichen Kulturorts notwendig sind. Besonderes Augenmerk gilt hierbei dem Typus der Warenhausstrukturen. Das Bedürfnis nach Konsum und Einzelhandelsangeboten steht für viele Menschen nicht mehr an erster Stelle, wenn sie eine Antwort auf die Frage suchen, was für sie eine attraktive lebenswerte Innenstadt ausmacht. Durch eine detaillierte Standort- und Strukturanalyse werden die Voraussetzungen für einen partizipativen und dynamischen Prozess erarbeitet, der es den Menschen ermöglicht, sich kontinuierlich einzubringen und das Konzept flexibel weiterzuentwickeln.
Ziel ist es, ein Modell zu entwickeln, das die Bedingungen identifiziert, unter denen ein solcher Prozess erfolgreich gestaltet werden kann. Dabei wird der Begriff des Gemeinwohls in den Fokus gerückt: Identität und Teilhabe am städtischen Leben sollen über die reine Konsumfunktion hinausgedacht und neu definiert werden. Das Nutzungskonzept zielt darauf ab, das Kaufhaus als gesellschaftlichen Ankerpunkt zu etablieren und neue Perspektiven für eine gemeinwohlorientierte Stadtentwicklung aufzuzeigen.
Betreut durch: Prof. Dr. phil. Laura Calbet; Felix Hausmann, M. Sc.