Gendergerechte Stadt / Zukunftsquartier Milbertshofen

Wintersemester 2025/26

Entwurfsarbeit von Tristan Goldbach

Wie könnte ein gemischt genutztes Wohn- und
Gewerbequartier geschlechtergerecht geplant werden?

Unsere Welt ist nicht geschlechtergerecht geplant.  Wenn man den Begriff Zukunftsquartier hört, kommen schnell Assoziationen auf, was die Zukunft bedeuten kann. In Milbertshofen soll ein neues gemischt genutztes Wohn- und Gewerbequartier entstehen mit globaler Wirkkraft und der Vision des Baus neuer Hochhäuser an diesem Standort. Für mich ist die Zukunftsvision eine gendergerechte Stadt, welche allen Menschen Räume bietet. Geschlechtergerecht bedeutet dabei nicht nur einen Fokus auf weiße cis-Frauen, sondern auch die Dimension von Kindern, Jugendlichen, älteren Frauen, BIPoC (Black, Indigenous, People of Color), trans*Menschen und die Dimension der Care-Arbeit miteinzubeziehen und mitzudenken. Gerecht wird die Stadt nur, wenn alle Bereiche des Lebens mitgedacht werden. Und vor allem für Frauen spielt sich das tägliche Leben im Verhältnis von Arbeit zu Wohnen asymmetrisch ab, da Frauen* im Schnitt mehr unbezahlte Arbeit leisten als Männer.

Im Entwurf spielte dabei immer das Geschlecht als Entscheidungsmatrix eine Rolle. Dies hat sich niedergeschlagen im Umgang mit dem Bestand, einem kleinen städtebaulichen Maßstab, der Mobilität, der Freiraumgestaltung, der Vernetzung von Wohnen und Arbeit, der Art der Bauträger*innen und der Bedeutung des Hochhauses in der Stadt München.

Besonders bedeutsam war das Konzept der Stadt der kurzen Wege mit einer guten ÖPNV-Anbindung, kleinen Nachbarschaften und vielen gemeinschaftlich nutzbaren Freiräumen und Innenräumen. Die Freiräume bieten diverse Möglichkeiten unterschiedliche Sportarten zu betreiben, die sich an den Bedürfnissen von Frauen*, Mädchen, queeren Menschen usw. orientieren und verringern in ihrer unterschiedlichen Größe und Qualität Verdrängungsprozesse. Um die Freiräume besser zu erschließen, wird teilweise, wie durch das BMW IT-Zentrum im Norden ein neuer Durchgang verlangt.

Im Osten des Stadtquartiers soll außerdem ein neues Kulturhochhaus mit Maker Space im Erdgeschoss und anderen gemeinschaftlichen Nutzungen entstehen. Diese Maker Space soll für alle als Empowerment dienen, um handwerkliche Berufe zugänglicher zu machen. Das Kulturhochhaus, sowie einige der Wohnblöcke sollten im Idealfall von Genossenschaften entwickelt werden, um das Quartier bezahlbar zu lassen. Denn Klassismus und Geschlecht sind wie auch Rassismus und Klassismus miteinander verschränkt und sollten zusammengedacht werden.

Außerdem wurde im Detail die Bedürfnisse, Eigenschaften und der städtebauliche Planungsbezug verschiedener Gruppen analysiert und in Kategorien unterteilt. Anhand dieser verschiedenen Typen wurden Entwurfsentscheidungen getroffen und teilweise vermeintliche Details sichtbar gemacht.

 

Mitwirkende

Studierende: Tristan Goldbach
Betreut durch: Dr. Britta Hüttenhain, Dominique Dinies, Sigrid Müller-Welt
Entwurf Zukunftsquartier Milbertshofen – Entwicklung eines gemischt genutzten produktiven Stadtquartiers

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