Lehrangebot – Wintersemester 2018/19

Städtebauinstitut (SI), Lehrstuhl Stadtplanung und Entwerfen, Prof. Dr.-Ing. Martina Baum

IBA Summerschool

Mit der Sommerschule im Rahmen der IBA 2027 StadtRegion Stuttgart bietet sich die Chance den aktuellen städtebaulichen Diskurs über inklusive Stadtentwicklung, die Qualifizierung bestehender Stadtquartiere und die Mischung von Nutzungen in urbanen Kontexten auf einer breiten gesellschaftlichen Ebene zu führen. 

Die Studierenden denken, entwerfen und diskutieren Konzepte für die Stadt und Stadtgesellschaft, als konkrete Diskussionsbeiträge für die Verbesserung der Lebensbedingungen in verschiedenen Stadtteilen. Architektur und Stadtplanung zeigen hierbei ihre Alltagsrelevanz und Bedeutung im Diskurs über die Entwicklung von Stadt als gemeinschaftlichen und inklusiven Lebensraum. Durch die Zusammenarbeit mit der Universidad Técnica Federico Santa María (UTFSM), Valparaíso und der UBA FADU Universidad de Buenos Aires, Facultad de Arquitectura sowie den Hochschulen aus der Region und deren internationalen Kooperationspartnern schafft die Summerschool eine Plattform für den interdisziplinären, universitären Austausch. Wir werden gemeinsam räumliche Konzepte für die Region Stuttgart an spezifischen Orten erarbeiten und über ein neues Verständnis der gesellschaftlichen Rolle von Architektur debattieren. 

Idealerweise wird das Seminar IBA Summerschool mit dem Entwurf SESC in BC kombiniert, so kann eine intensive Auseinandersetzung mit den entsprechenden Fragen, Orten, Themen und Akteuren stattfinden. Workshop 07.-12.10.2018

Partners:

  • Universität Stuttgart, Städtebauinstitut (SI), Lehrstuhl Stadtplanung und Entwerfen, Stuttgart, Germany
Prof. Dr.-Ing. Martina Baum mit Alexander Richert und Maria Schiller
  • Universidad Tecnica Federico Santa Maria, Departamento de Arquitectura, Valparaiso, Chile
Prof. Marcela Soto und Prof. Dr. Jorge Leon
  • Universidad de Buenos Aires, Facultad de Arquitectura, Posgrado lnternacional en Urbanismo, Buenos Aires, Argentina
Gast.-Prof. Markus Vogl, Walter Gropius Lehrstuhl (DAAD)

Entwurfsstudio: SESC in BC

Bad Cannstatt ist geprägt von einer großen Vielfalt und enormen Gegensätzen. Stuttgarts größter Stadtbezirk kann auf eine lange Geschichte der Zuwanderung zurückblicken. Eine heterogene Bevölkerung lebt und arbeitet hier zusammen, in einer heterogenen Stadtstruktur.
Eine produktive und inklusive Stadt nutzt diese Vielfalt und Mischung, entwickelt daraus einen Nährboden auf dem Neues entstehen kann. Im Rahmen des Studios stellen wir uns die Frage nach den räumlichen Grundlagen für Interaktion und Austausch zwischen verschiedenen Gruppen in der Stadt. Wir reflektieren die Rolle des öffentlichen Raums in der europäischen Stadt und Stadtgesellschaft. Und wir entwerfen einen inklusiven und produktiven Ort für Bad Cannstatt.

Inspiration und Ausgangspunkt des Entwurfs sind die brasilianischen SESC-Zentren. Berühmtestes Beispiel: das SESC Pompeia von Lina Bo Bardi. Ein Ort offen für alle, der ein breites Angebot an Räumen und Nutzungen bietet. Kostenlose Sport- und Bildungsangebote werden hier ebenso angeboten wie Gesundheitsservice, Bibliothek, Kulturprogramm, Kinderbetreuung und last but not least erschwingliche Gastronomie oder einfach einen Ort zum Sonnen. Ebenso interessant die Finanzierung, getragen von den im Stadtbezirk ansässigen Gewerbebetrieben.
Im Entwurfsstudio sammeln wir interessante Konzepte für Gemeinschafts-, Sozial-, Kultur- und Bildungszentren weltweit. Wir diskutieren die Rolle eines solchen öffentlichen Ortes und die Potenziale für Bad Cannstatt. Wir erkunden und analysieren den Standort im Umfeld des Wilhelmsplatzes und übertragen die Erkenntnisse in einen Entwurf: SESC in BC.

Idealerweise wird das Entwurfsstudio mit dem Seminar IBA Summerschool kombiniert, welches bereits unmittelbar vor Semesterbeginn stattfindet. Wir pflegen eine diskursive Studiokultur. Das Arbeiten im Studioraum ist deshalb zwingend. Der Entwurf kann in Gruppenarbeit bearbeitet werden.

Endabgabe: Ende Februar 2019

SI Städtebau-Institut
Lehrstuhl Stadtplanung und Entwerfen
Prof. Dr. Martina Baum
Maria Schiller
Alexander Richert


Entwurfsstudio: Bad Gastein - Zentrum einer temporären Stadt?

Entlang des Gasteinertals entstand aus ursprünglich kompakten historischen Dorfkernen eine zersiedelte Landschaft. Bad Gastein bildet den baulichen imposanten Endpunkt des Tals. Durch wöchentlich so viele Touristen wie Einwohner kann die Gemeinde Bad Gastein saisonal als temporäre Stadt diskutiert werden.

Im 19. Jahrhundert wurde Bad Gastein durch die einmalige Lage in dramatischer Landschaft zum beliebten Kurort für Wohlhabende. Die Trennung von Bediensteten und Touristen führte zu sozial und funktional
getrennten Stadträumen, ähnlich einer topografisch manifestierten Gated-Community und manifestierte sich auch morphologisch zum heute typischen Stadtbild mit großen Hotels der Bel Époque.

Heute betrachtet der Tourist das historische Zentrum aus verspekulierten, leeren Hüllen und das Stadtleben hat sich längst entlang des Tals ausgebreitet. Weniger fotogen in neuen provisorisch anmutenden Zentren.

Trotz vorbildhafter Besucherzahlen: Kann Tourismus das letzte Allheilmittel historischer, innerstädtischer Zentren sein? Denn das Scheitern der räumlichen und ökonomischen Konzentration auf nur einen Aspekt hat gezeigt, dass Bad Gastein für eine zukünftige Entwicklung unsentimental als Agglomeration betrachtet werden muss. Aus einer übergeordneten Analyse soll eine Gesamtstrategie entwickelt werden, aus der beispielhaft ein konkreter räumlicher Eingriff abgeleitet wird.

Unsere Studiokultur erfordert den Dialog, daher setzen wir für diesen Entwurf eine maßstabsübergreifende Bearbeitung im Zweierteam voraus. Bitte bewerbt euch einzeln! Sollten potenzielle Teams nicht beide Plätze im Vergabeverfahren bekommen, werden wir versuchen, die Restplätze mit Entwurfspartnern zu füllen.

Exkursion: 5.-8. November 2018 (voraussichtlich)
Endabgabe: Ende Februar 2019

SI Städtebau-Institut
Lehrstuhl Stadtplanung und Entwerfen
Prof. Dr. Martina Baum
Sascha Bauer
Harry Leuter


Seminar: Provisorische Architektur

Mobilität steht für Freiheit, Unabhängigkeit, Selbstbestimmung und Individualität. Abgesehen vom Auto, sind es unsere Füße, Busse und Bahnen, Fahrräder, E-Roller, Handys und Computer, die zur Überbrückung von Distanzen von Millionen von Menschen rund um die Uhr genutzt werden und viele Bereiche unseres alltäglichen Lebens bestimmen.

Sichtbar wird dies in einer verzerrten Mobilitätskultur: Mit rasender Geschwindigkeit fahren wir in den nächsten Stau, verpassen den Anschluss ICE und setzen uns mit leeren Akkus und gedrosseltem Datenvolumen mit Call-Centern, zu vielen Apps und Algorithmen auseinander.

Das Seminar entwirft provisorische Architekturen, die im Stadtraum den Diskurs rund um diese Mobilitätskultur weiter anstoßen. Regelmäßige Impulsvorträge und Diskussionen zum Thema Gestaltung & Gesellschaft sensibilisieren und begleiten die Studierenden in ihrem Entwurfsprozess. Die Provisorien werden am Ende des Semesters von einer ausgewählten Jury bewertet, wovon drei im darauffolgendem Sommersemester 2019 in einem Bauworkshop M 1:1 realisiert werden. Finanzielle Mittel für die Umsetzung stehen zur Verfügung, außerdem besteht die Möglichkeit bei Weiterführung des Seminars, einen Entwurf oder ein Baupraktikum anrechnen zu lassen.

Das Gebiet rund um den Österreichischen Platz dient als stadträumliches Experimentierfeld – ein Ort, an dem die aktuellen sozialen, kulturellen und politischen Spannungen unserer Mobilitätskultur sichtbar werden. Die ideale Umgebung, um neue Denkansätze, Methoden und Modelle in Form von provisorischen Architekturen zu entwickeln und auszuprobieren.

Das Seminar ist Teil des Future City Labs – Reallabor für nachhaltige Mobilitätskultur Stuttgart. Ziel der Reallabor-Forschung ist, gesellschaftliche Experimentierräume für aktuelle Herausforderungen der nachhaltigen Entwicklung unserer Gesellschaft zu entwickeln, um vom Wissen zum Handeln zu kommen. In Zusammenarbeit mit Stadtlücken e.V., der Stadtverwaltung und zivilgesellschaftlichen Akteuren wird in der 2. Förderphase des Reallabors die kulturelle Dimension der nachhaltigen Mobilität in Stadtraum kooperativ erprobt. 

Universität Stuttgart
SI Städtebau-Institut
Lehrstuhl Stadtplanung und Entwerfen
Prof. Dr. Martina Baum
Hanna Noller
Sebastian Klawitter
Sascha Bauer
Endabgabe: 31.01.2019


Seminar: Mit SUE nach Benidorm - Spanien

Stadt entdecken bedeutet, sich bewusst darauf einzulassen. Im Rahmen der Seminarreihe mit SUE nach ____ nehmen wir jedes Semester eine Stadt im europäischen Kontext in den Fokus unserer Erkundungen und erleben diese für je vier Tage á 24 Stunden.

Im Wintersemester 2018/19 geht die Reise an die Costa Blanca, nach Benidorm. Die Stadt mit 70 000 Bewohnern wächst in der Hauptsaison auf 1,5 Millionen Menschen an und hat die weltweit größte Anzahl an Hochhäusern pro Einwohner. Vor Ort nehmen wir die Stadt, ihre Eigenheiten und ihr Alltagsleben wahr und erfassen, reflektieren und dokumentieren die sozialen, räumlichen und atmosphärischen Qualitäten. Der Fokus in Benidorm liegt auf der Ambivalenz zwischen Lokalem und Globalem. Können sich diese zwei Sphären gegenseitig befruchten und tun sie dies in Benidorm?

Die entdeckten Situationen und Eigenheiten werden z.B. durch Photographien, Interviews, Film- und Audioaufnahmen, Aktionen, Zeichnungen und Graphiken festgehalten und im Nachgang reflektiert und aufbereitet. Durch die intensive Auseinandersetzung mit der jeweiligen Stadt entwickeln wir ein tiefgehendes Verständnis für Stadt, Raum und Alltagsleben. Verstehen bedeutet die Europäische Stadt zu lesen, ihre Entwicklungslinien nachzuziehen und somit den Nährboden für zukünftige Entwicklungen zu erforschen. Dieses Verständnis ist für uns die Basis für aktives Gestalten und Weiterentwickeln.

Endabgabe: Ende Februar 2019
Universität Stuttgart
SI Städtebau-Institut
Lehrstuhl Stadtplanung und Entwerfen
Prof. Dr. Martina Baum
Harry Leuter
Andreas Beulich

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